MANNHEIMER MORGEN, Ausgabe vom 28. Dezember 2011:
Ein wahres Schmuckstück
Altes Schulhaus: Aus Dornröschenschlaf wachgeküsst
Seit sage und schreibe fast 30 Jahren war es unbewohnt, das Dach defekt, Regen drang ein und wie im Märchen umrankte wildwachsender Efeu das dem Verfall preisgegebene Haus an der Seckenheimer Hauptstraße. Im September aber erstrahlt das „Alte Schulhaus" - Baujahr 1887 - beim „Tag des offenen Denkmals" wieder in neuem Glanz. Der junge Architekt Mark Nikolas Schütz nahm sich mit Unterstützung des Denkmalschutzes des maroden Bauwerks an. Im Erdgeschoss des Hauses befinden sich heute moderne Büros, zwei Wohnungen gibt es im Obergeschoss plus Wohnräume unterm Dach. Ro
MANNHEIMER MORGEN, Ausgabe vom 08. September 2011:
Wohnanlage und Schule von einst
Seckenheim: Mehrere Gebäude am Denkmaltag offen
Sowohl die Alte Schule in der Seckenheimer Hauptstraße 165 als auch die Wohnhäuser in der Meßkircher Straße 37 bis 41 stehen am Sonntag, 11. September, dem "Tag des offenen Denkmals" für Besucher offen.
Nach jahrzehntelangem Verfall kann die Alte Schule nach Abschluss der umfangreichen Instandsetzungsarbeiten (wir berichteten) nun der Öffentlichkeit gezeigt werden. Architekt Mark Schütz lädt die Bevölkerung zu einem Besuch am Tag des offenen Denkmals ein. Das Gebäude Seckenheimer Hauptstraße 165 ist am Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet. Dr. Martin Wenz von der Abteilung Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Karlsruhe wird durch das Gebäude führen. Zusätzliche Informationen gibt es im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. hat / zg
MANNHEIMER MORGEN, Ausgabe vom 30. August 2011:
Aus Dornröschenschlaf wachgeküsst
Seckenheim: Das alte, unbewohnbare Schulhaus wurde ein Schmuckstück
Das Haus war seit gut 30 Jahren unbewohnt, das Dach defekt, Regen drang ein und Efeu umrankte das Haus gleich einem Dornröschenschloss. Wer jetzt das denkmalgeschützte so genannte "Alte Schulhaus" sieht, traut seinen Augen nicht. Grund genug, es am 11. September beim Tag des Denkmals zu öffnen.
Das 1887 als paritätische Kleinkinderschule von der Gemeinde Seckenheim erbaute Haus an der Seckenheimer Hauptstraße, direkt neben dem Hotel "Löwen", hatte, wie im Seckenheim-Buch von Hansjörg Probst nachzulesen ist, rund drei Jahrezehnte auch immer wieder mit der Unterbringung von Schulklassen eine öffentliche Funktion, ehe es 1918 Wohnhaus wurde und mit der Eingemeindung 1930 in den Besitz der Stadt Mannheim und dann in private Hand gelangte.
Drohender Niedergang
Seit 1980 unbewohnt, war es dem Niedergang anheim gegeben und lediglich der üppige Efeubewuchs kaschierte den zunehmenden Verfall ein wenig. Doch nicht nur für Seckenheimer war der Zustand erschreckend und zudem sehr auffällig, auch auswärtige Passanten erkundigten sich immer wieder nach dem Gebäude.
Das Haus wäre vielleicht noch wenige Jahre gestanden und dann eingestürzt, hätte es die "Alte Schule" nicht dem jungen Architekten Nikolas Schütz angetan. Er nahm sich des maroden Bauwerks an. Aber auch der Denkmalschutz hatte ein Auge auf das Haus geworfen, so dass Schütz von dort bei der Bewältigung dieser Aufgabe fachliche Unterstützung erfuhr.
Mit punktuellen Arbeiten war hier nicht auszukommen, so dass das gesamte Haus für längere Zeit vollständig eingerüstet und verpackt wurde. Von der Tiefe bis zum Dach blieb fast kein Stein unangetastet, denn der Keller war nass, das Holztreppenhaus größtenteils vermodert, Deckenbalken morsch, tragende Teile altersschwach, Fenster und Türen verzogen und undicht.
Dass von der Sanitär- oder Elektroinstallation nichts mehr zu gebrauchen war, soll nur der Vollständigkeit halber erwähnt sein. Damit aber die Sanierung dem Objekt gerecht werden konnte, wurden, wo dies möglich war, Materialien verwendet, die auch im Entstehungsjahr eingebaut worden waren, ohne aber modernen Baustoff, der etwa der zeitgemäßen Wärmedämmung Rechnung trägt, auszuschließen.
Auch die sanitären Einbauten sind hochmodern, ebenso stellt die Gestaltung der abgehängten Decken mit moderner Beleuchtung einen spannenden Kontrast zum Holztreppenhaus oder zu den barocken Türen dar. Als nun die Umhüllung fiel, war die Freude groß. Nicht nur Dr. Monika Ryll war begeistert, dass es Schütz gelungen war, das das Alte Schulhaus mit großem Engagement aus dem Dornröschenschlaf wach zu küssen.
Sandstein saniert
Die umfangreiche Sandsteinrestaurierung ist im Außenbild für jedermann erkennbar. Nach und nach ziehen auch die Mieter und Architekt Schütz selber ein, so dass die beiden Büros im Erdgeschoss mit je 80 Quadratmetern, die beiden Obergeschosswohnungen und das Maisonette-Dachgeschoss mit weiteren Wohnräumen das neue, alte Haus neu beleben. Wer sich selbst ein Bild von dem "Alten Schulhaus" machen möchte, der kann sich den Tag des Denkmals am Sonntag, 11. September, merken, dann kann das Gebäude besichtigt werden. hat
MANNHEIMER MORGEN, Ausgabe vom 30. November 2010:
Alte Schule auf dem Weg zum Schmuckstück
Seckenheim: Richtfest wichtige Station der Sanierung
Das alte Gebäude hatte es ihm angetan - Mark Nikolas Schütz nahm sich des maroden Gebäudes neben dem Hotel "Löwen" an, und die Seckenheimer freuen sich. Der junge Architekt drückte jetzt beim Richtfest seine Freude über die fortschreitende Sanierung aus.
Das "Alte Schule" genannte Haus war, wie im Seckenheim-Buch von Hansjörg Probst nachzulesen ist, 1887 als paritätische Kleinkinderschule von der Gemeinde Seckenheim gebaut worden, diente ab 1895 immer wieder der Unterbringung von Schulklassen, ehe es 1918 Wohnhaus wurde.
Mit der Eingemeindung 1930 gelangte es in den Besitz der Stadt Mannheim. Das Haus, etwa seit 1980 unbewohnt, war defekt, Regen drang durch das Dach ein, Efeu umrankte das Dornröschenschloss. Aus diesem Schlaf küsste es Architekt Schütz wach. Aber viel war zu tun, bis nun Richtfest gefeiert werden konnte.
Deshalb dankte Schütz allen Firmen und Handwerkern, die voller Motivation mit ihm ans Werk gegangen waren. Er lobte die HypoVereinsbank, die bereit war, die Finanzierung darzustellen. Auch der Denkmalsschutz habe ihn bei dieser Aufgabe fachlich unterstützt, freute er sich und dankte Dr. Monika Ryll und Dr. Martin Wenz. Konnte auch vieles nicht mehr erhalten werden - Metz-Holzbau aus Edingen musste jede Menge maroder Balken auswechseln -, so konnte doch das Treppenhaus saniert werden und eine umfangreiche Sandsteinrestaurierung rettet die Außenansicht.
Schütz hatte allen Grund, Projektleiterin Dagmar Kühlwein beste Noten auszustellen und auch Hotelier Detlef Förder vom benachbarten "Löwen" für die Unterstützung zu danken. Alle Instandsetzungen sollen bis März 2011 abgeschlossen sein. Dann bietet das teilbare Erdgeschoss 160 Quadratmeter Bürofläche, das Obergeschoss zwei und das Maisonette-Dachgeschoss weitere zwei Wohnungen mit je 80 Quadratmetern. Die Mieter können im April einziehen und dann das alte Haus neu beleben. hat
TOP MAGAZIN RHEIN-NECKER, Ausgabe Herbst 2010:
Der Mannheimer Architekt Mark Schütz ...Interview bei einem Espresso
Der junge Architekt Mark Schütz gründet Anfang 2009 sein eigenes Architekturbüro und nennt es „S null neun Architekten". Mit seinem kleinen Team aus hochqualifizierten Architekten bietet Mark Schütz seinen Bauherren ein ganzheitliches Dienstleistungsspektrum. Der gebürtige Mannheimer Architekt leistet alle Phasen, von der Projektierung über die Entwurfs- und Ausführungsplanung, bis hin zur Realisierung und Unterhaltung von Gebäuden. Durch die hohe Qualität seiner Planung zielt der Schütze auf kostengünstiges Bauen kombiniert mit niedrigen Unterhaltungskosten.
Gaby Reiss:
Mark, Du hast mir mal erzählt, dass Du Dich Anfang letzten Jahres ohne irgendeinen Auftrag in der Tasche selbstständig gemacht hast. Wie kommt es, dass Du jetzt zu tun hast?
Mark Schütz:
Das ist richtig, ich hatte nicht einen einzigen Auftrag. Aber ich hatte das Bauchgefühl, dass es der richtige Zeitpunkt für eine Existenzgründung ist.
Gaby, Du weißt, dass ich zu Anfang neben dem Architekturbüro eine temporäre Pilotgalerie für junge Künstler unterhielt. Die Pilotgalerie war eine Non-Profit-Organisation. Durch die Pilotgalerie bekamen junge Künstler die Chance, erstmalig ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu zeigen. Gleichzeitig erhöhte sich mein Bekanntheitsgrad in der Region. So kam eins zum anderen und ich hatte auf einmal ein paar Aufträge in der Tasche.
Mittlerweile haben wir eine ganze Menge an Aufträgen. Da sind natürlich auch kleine Aufträge dabei, die wir wegen unserer geringen Kostenstruktur bearbeiten können. Aber ganz egal wie groß das jeweilige Projekt ist, wir stecken viel Schweiß und Herzblut in jedes einzelne unserer Projekte.
Gaby Reiss:
Wie denkst Du heute über Deinen Schritt?
Mark Schütz:
Zurzeit habe ich alles, was ich brauche: Eine gesunde Familie, großen Spaß bei der Arbeit und genug zu essen. Ich glaube, das beantwortet Deine Frage.
Well, die Pilotgalerie vermisse ich. Es war eine spannende Zeit, mit den Künstlern zu arbeiten. Da denke ich an den talentierten Fotografen Thilo Ross aus Heidelberg oder an den Berliner Newcomer Martin Mohr, der bei uns seine Gemälde ausstellte. Natürlich denke ich auch an die tolle Zusammenarbeit mit dem Team des 3. Fotofestivals Mannheim Ludwigshafen Heidelberg, bei dem sich Clemens Bechmann als Favorit des Portfolio-Reviews herauskristallisierte und bei uns seine Arbeiten ausstellen konnte.
Gaby Reiss:
Mark, Du bist ein junger Architekt. Wie hast Du das finanziert?
Mark Schütz:
(Mark lacht) Man schreibt ein gutes Gründungskonzept und vermischt das mit einer Portion Mut. Deutschland bietet jungen motivierten Leistungsträgern tolle Startchancen in die eigene Existenz. Ich denke da zum Beispiel an die KFW. Die finanzielle Sicherheit war mir von Anfang an wichtig. Ich möchte mein Unternehmen sehr behutsam aufbauen.
Genug Erfahrung in meinem Job als Architekt hatte und habe ich, jedoch hat ein selbstständiger Jungunternehmer auch eine ganze Menge Neues zu lernen, wie das Abarbeiten bürokratischer Verpflichtungen oder die Buchführung mit Bilanzierung. Man muss auch erst einmal lernen wie Menschen im Geschäftsleben ticken.
Gaby Reiss:
... und wie ticken Deiner Meinung nach Geschäftsleute?
Mark Schütz:
Die ticken ganz unterschiedlich, manche ticken gar nicht und verhalten sich dabei trotzdem korrekt. Ich denke, das ist wie bei einer Uhr: Selbst wenn eine Uhr kaputt ist zeigt sie zweimal am Tag die richtige Zeit an.
Gaby Reiss:
Nach Deinen bisherigen Erfahrungen, was rätst Du Nachwuchsunternehmern, denen die Existenzgründung noch bevorsteht?
Mark Schütz:
Elementar ist auf jeden Fall, dass man auf seinen Bauch hört. Neben dem fachlichen Know-how muss man sich vorab fragen, ob man sozial kompetent ist und das notwendige Einfühlungsvermögen, sprich Empathie, gegenüber seinen Mitarbeitern und Kunden aufbringen kann.
Gaby Reiss:
Willst Du den Top-Lesern noch irgendetwas sagen?
Mark Schütz:
Ja! Ich freue mich toooootaaaaal auf Deine Top-Lounge im Februar in der „Alten Schule. Gaby, Du wirst die Allererste sein, die das bis dahin instandgesetzte Gebäude nutzt!
Nach der Top-Lounge im Februar 2011 wird die „Alte Schule" in Mannheim-Seckenheim vermietet. Es entstehen Büro- und Wohneinheiten von 80m² bis 160m², Ausbau nach Mieterwunsch. Alle Informationen zu Instandsetzung und Vermietung unter www.s09architekten.de.
MEIER, MAGAZIN FÜR DAS RHEIN-NECKAR-DELTA, Ausgabe Mai 2009
Was will ein Architekt in einer Bank?
Der Mannheimer Architekt Mark Nikolas Schütz über die neu eröffnete S null neun in E3.
Ich wollte kein gewöhnliches Architekturbüro irgendwo im oberen Stockwerk. Da finden nur Leute hin, die auch bauen wollen. Wir möchten dagegen präsent sein und uns mit anderen Kreativen austauschen. Auch unser Team aus freien Mitarbeitern und Studenten kommt aus ganz unterschiedlichen Bereichen von der Architektur über Soziologie bis zur Kommunikationswissenschaft. Als Architekten und Designer verstehen wir Gebäude als funktionale Kunst und glauben daher, dass sich die beiden Aspekte „Architektur" und „Kunst" gut ergänzen. Nach dem Motto „Pilotkunst zwischen hochtourigem Boogie und erlesenem Klangzauber" wollen wir in unserer Galerie das Augenmerk auf junge relevante Künstler richten und ihnen eine Plattform zur Vermarktung ihrer Arbeiten bieten. Noch bis zum 2. Juli präsentieren wir Arbeiten von Thilo Ross. Der Heidelberger Fotograf hat über drei Jahre hinweg das Leben auf den Straßen rund um Dehli festgehalten. Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen den Kontrast zwischen dem traditionellen und modernen Indien, lassen dabei aber genug Spielraum für eigene Interpretationen. Künftig werden die Ausstellungen alle zwei Monate wechseln, ab Herbst wollen wir die Arbeiten außerdem in unserer Dependance in Buenos Aires zeigen.
Ich wollte von Anfang an Räume in dieser Gegend. Eines Abends habe ich einfach bei dem früheren Bankgebäude des jüdischen Bankiers Lazarus geklingelt und gefragt, ob etwas frei ist. In unserem Galerieraum standen früher die Bankschalter, ehemaligen Tresorraum sind heute die Serveranlagen untergebracht. Dort stehen auch noch die Original-Schließfächer. Den Tresor selbst konnte bis heute niemand öffnen - keine Ahnung, was da drin ist! Wir verstehen unsere Räumlichkeiten als Schmelz- und Networking-Tiegel, in dem Kontakte gepflegt und ausgebaut werden. Jeden ersten Samstag im Monat veranstalten wir deshalb eine Matinee, wo wir in formloser Runde aktuelle Ausstellungen und Projekte vorstellen. Eine Matinee zum Beispiel wird unter dem Titel „auf ein Zuhause bauen" organisiert. Es stellen sich regionale Betriebe mit Produkten vom Designklosett bis hin zur Solarzelle vor. Unter dem Titel „auf das Äußere bauen" besucht uns der argentinische Starfriseur Javier Luna, zu dessen Kunden Naomi Campbell und die Prinzessin Máxima Cerruti gehören."
Protokoll: Eva Mayer
